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Werbefilmproduktion

Nachts eine Morgendämmerung filmen?

Licht entscheidet, wie ein Bild wirkt – oft mehr, als man auf den ersten Blick merkt. In diesem Beitrag nehme ich dich mit hinter die Kulissen einer nächtlichen Lichtsetzung und zeige anhand eines Beispiels aus meiner Scarpa-Produktion, worauf es dabei wirklich ankommt.

Warum ist Lichtsetzung so wichtig?

Licht lenkt den Blick. Es zeigt dem Betrachter, worauf er seine Aufmerksamkeit richten soll, und führt das Auge genau dorthin, wo es wichtig ist. Genauso entscheidend ist die Stimmung, die dadurch entsteht: In welcher Situation befindet sich der Athlet oder Protagonist – ist es Morgen, Mittag oder Abend? Wie flach fällt das Sonnenlicht ein? Welche Lichtstimmung herrscht gerade?

Auch wenn es meist unbewusst passiert, nehmen wir als Menschen enorm viele Informationen über Licht wahr – ob es hart oder weich ist, ob es von einer Glühbirne oder einem Fenster kommt. Genau deshalb muss ein Lichtsetup oft sehr durchdacht sein: um das Bild stimmig wirken zu lassen, statt es unbewusst seltsam oder unglaubwürdig erscheinen zu lassen.

Warum ist es oft vorteilhaft, nachts bzw. abgedunkelt zu drehen?

Bei vielen Produktionen werden ganze Räume oder sogar Häuser abgedunkelt, oder es wird bewusst nachts gedreht. Der Grund dahinter ist simpel: So lässt sich das Licht vollständig steuern. Muss beispielsweise eine Morgenszene aus Zeitgründen mitten am Tag gedreht werden, hat man das Problem, dass sich die Sonne nicht einfach "ausschalten" lässt. Die Folge sind harte Schatten von oben und hartes Licht, das sich mit einem seitlich aufgebauten Kunstlicht beißt – das Ergebnis wirkt schnell unstimmig und der gewünschte Look lässt sich kaum erreichen.

Genau deshalb ist die volle Kontrolle über das Lichtsetup so wertvoll: Nur so lässt sich die Stimmung im Bild – und damit letztlich auch die Emotion des Betrachters – gezielt steuern.

Was haben wir in diesem Beispiel gemacht und warum?

Der gezeigte Ausschnitt stammt aus dem Werbefilm für Scarpa und zeigt eine Morgenstimmung: Der Protagonist liegt noch im Bett, träumt vor sich hin und bewegt dabei leicht die Hände. Wichtig war hier, dass das Licht flach und seitlich in den Raum einfällt, um genau dieses frühe Tageslicht glaubhaft darzustellen.

Da das Fenster der Location jedoch nach Westen ausgerichtet ist und somit keine direkte Morgensonne einfallen kann, mussten wir die Szene nachts drehen und das gewünschte Licht künstlich nachbilden – mit Lampen, die schräg von der Seite hereinleuchteten, um die tief stehende Sonne täuschend echt zu imitieren.

Was ist die größte Challenge bei der Beleuchtung nachts?

Die größte Hürde ist, dass das Ergebnis schnell unauthentisch wirkt und nicht natürlich rüberkommt – ein Problem, das man oft erst in der Postproduktion richtig bemerkt. Beleuchtet man eine Morgenszene beispielsweise nur von einer Seite, wirkt das auf den ersten Blick stimmig, doch der Betrachter spürt unterbewusst, dass etwas nicht passt. Oft sind es Kleinigkeiten – etwa ein Fenster im Bild, das komplett dunkel bleibt, obwohl es bei echter Morgendämmerung bereits leicht hell wäre.

Deshalb muss wirklich jede einzelne Lichtquelle bewusst gesetzt und einzeln angesteuert werden, damit die Szene tatsächlich wie die dargestellte Tageszeit wirkt. Dabei einen klaren Kopf zu behalten, den Überblick über alle Lichtquellen zu bewahren und nie aus den Augen zu verlieren, welches Szenario man eigentlich erzeugen möchte, ist am Ende die eigentliche Kunst dabei.

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Wie darf ich dir behilflich sein?

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